Goldlegierung: Arten, Karat & Farben erklärt

Was ist eine Goldlegierung?

 

Reines Gold besitzt seine charakteristische warme Farbe, ist jedoch vergleichsweise weich. 

Für viele Schmuckstücke wird Gold deshalb mit anderen Metallen kombiniert.

Eine solche Mischung verschiedener Metalle bezeichnet man als Legierung.

Je nachdem, wie viel Gold enthalten ist und welche weiteren Metalle hinzugefügt werden, 

verändern sich die Eigenschaften des Materials.

So können unterschiedliche Farben, Härten und Goldgehalte entstehen.

 

Warum wird Gold mit anderen Metallen gemischt?

 

Die Legierungsmetalle erfüllen gleich mehrere Aufgaben.

Sie können Gold härter und widerstandsfähiger machen und dadurch seine 

Alltagstauglichkeit verbessern.

Gleichzeitig lässt sich über die Zusammensetzung auch die Farbe beeinflussen.

 

So entstehen beispielsweise:

Gelbgold – klassischer warmer Goldton
Roségold – rötlicher bis rosafarbener Goldton
Weißgold – heller, silbrig wirkender Goldton

 

Goldlegierungen ermöglichen damit eine große Vielfalt unterschiedlicher Schmuckstücke.

 

Was bedeuten 333, 375, 585 und 750?

 

Die Zahlen geben an, wie viele Teile von insgesamt 1.000 Teilen der 

Legierung aus reinem Gold bestehen.

 

333 Gold

33,3 % Gold

Von 1.000 Teilen bestehen 333 aus Gold und 667 aus anderen Metallen.

 

375 Gold

37,5 % Gold

375 von 1.000 Teilen bestehen aus Gold.

Das entspricht außerdem 9 Karat.

 

585 Gold

58,5 % Gold

585 von 1.000 Teilen bestehen aus Gold.

Das entspricht ungefähr 14 Karat.

 

750 Gold

75 % Gold

750 von 1.000 Teilen bestehen aus Gold.

Das entspricht 18 Karat.

 

916 Gold

91,6 % Gold

Diese Legierung entspricht ungefähr 22 Karat.

 

999 Gold

99% Gold

Hier spricht man von nahezu reinem Gold beziehungsweise Feingold.

 

Warum gibt es verschiedene Goldfarben?

 

Reines Gold ist von Natur aus gelb.

Andere Goldfarben entstehen durch die Legierungsmetalle.

Bei Roségold sorgt beispielsweise ein höherer Kupferanteil für den 

charakteristischen warmen, rötlichen Farbton.

Bei Weißgold wird Gold mit Metallen kombiniert, die den gelben Farbton abschwächen 

und das Material heller erscheinen lassen.

Welche genaue Farbe entsteht, hängt von der jeweiligen Rezeptur der Legierung ab.

 

Ist Weißgold von Natur aus strahlend weiß?

 

Nicht unbedingt.

Weißgold kann je nach Legierung einen leicht grauen, gelblichen oder warmen Grundton besitzen.

Deshalb wird Weißgoldschmuck häufig zusätzlich rhodiniert. Die dünne Rhodiumschicht sorgt für die besonders helle, kühl-silberne Oberfläche, die viele Menschen mit Weißgold verbinden.

Nutzt sich die Rhodinierung mit der Zeit ab, kann deshalb die ursprüngliche Farbe der Weißgoldlegierung wieder stärker sichtbar werden.

 

Was ist Roségold?

 

Roségold ist keine eigene Goldart, sondern ebenfalls eine Goldlegierung.

Seinen charakteristischen rosafarbenen bis rötlichen Ton erhält das Material insbesondere 

durch die Zugabe von Kupfer.

Je nach Zusammensetzung kann Roségold sehr zart rosa oder deutlich wärmer und rötlicher wirken.

 

Ist ein höherer Goldgehalt automatisch besser?

 

Nicht unbedingt – aber wertvoller hinsichtlich des enthaltenen Goldes.

750er Gold enthält beispielsweise mehr reines Gold als 585er oder 333er Gold.

Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass es für jeden Schmuckzweck die beste Wahl ist.

Je nach Legierung unterscheiden sich Härte, Farbe, Preis, Verarbeitung und Widerstandsfähigkeit.

Ein niedrigerer Goldgehalt kann für bestimmte Schmuckstücke 

durchaus praktische Eigenschaften besitzen.

 

„Mehr Gold“ und „für jeden Zweck besser“ sind also nicht dasselbe.

 

Goldlegierung oder Vergoldung – wo liegt der Unterschied?

 

Das ist ein besonders wichtiger Unterschied.

 

Goldlegierung:
Das gesamte Schmuckstück beziehungsweise der entsprechende massive 

Bestandteil besteht aus einer Mischung, die Gold enthält.

 

Vergoldung:
Das Schmuckstück besitzt ein anderes Grundmaterial und lediglich auf seiner 

Oberfläche befindet sich eine dünne Goldschicht.

 

Ein Schmuckstück aus 585 Gold ist deshalb etwas vollkommen anderes als ein Schmuckstück, 

das lediglich vergoldet wurde.

 

Vorteile von Goldlegierungen

 

✔ echtes Edelmetall

✔ verschiedene Goldgehalte möglich

✔ unterschiedliche Farben möglich

✔ meist widerstandsfähiger als reines Feingold

✔ hochwertig und langlebig

✔ vielseitig in der Schmuckherstellung

✔ besitzt einen tatsächlichen Edelmetallwert

 

Nachteile

 

- hochwertige Goldlegierungen können sehr teuer sein

- weichere Legierungen können Kratzer und Gebrauchsspuren bekommen

- Farbe und Eigenschaften unterscheiden sich je nach Zusammensetzung

- enthaltene Legierungsmetalle können die Hautverträglichkeit beeinflussen

- Pflegebedarf hängt von Legierung und eventueller Oberflächenveredelung ab

 

Sind Goldlegierungen für Allergiker geeignet?

 

Das lässt sich nicht allein anhand des Goldgehalts beantworten.

Eine Goldlegierung besteht neben Gold aus weiteren Metallen. 

Welche das sind, hängt von der jeweiligen Legierung ab.

Gerade für Menschen mit bekannten Kontaktallergien ist deshalb nicht nur die Zahl 

585 oder 750 interessant, sondern auch die genaue Zusammensetzung des Materials.

Ein hoher Goldanteil bedeutet nicht automatisch, dass sämtliche anderen Bestandteile 

für jeden Menschen problemlos verträglich sind.

 

Pflege

 

Goldschmuck lässt sich meist mit einem weichen Tuch, lauwarmem Wasser und 

etwas milder Seife reinigen.

Bei Schmuck mit Edelsteinen, Perlen, Beschichtungen oder anderen empfindlichen 

Materialien sollte jedoch immer auf deren spezielle Pflegeanforderungen geachtet werden.

Starke Chemikalien und scheuernde Reinigungsmittel sollten vermieden werden.

 

 Wusstest du schon?

 

24 Karat entsprechen theoretisch reinem Gold.

Das Karatsystem teilt den Goldgehalt in 24 Teile ein.

 

Deshalb gilt beispielsweise:

18 Karat = 18 von 24 Teilen Gold = 75 % Gold = 750er Gold

14 Karat ≈ 58,5 % Gold = 585er Gold

9 Karat = 37,5 % Gold = 375er Gold

 

 Kleiner Materiallabor-Faktencheck

 

Die Farbe verrät nicht den Goldgehalt.
Gelbgold, Weißgold und Roségold können unterschiedliche Feingehalte besitzen. 

Ein Schmuckstück ist also nicht automatisch hochwertiger, nur weil es besonders 

kräftig golden aussieht.

 

 585 Gold oder 585 vergoldet?

 

Das ist ein großer Unterschied. 585 Gold bezeichnet eine Goldlegierung mit 58,5 % Goldanteil. 

Bei einem vergoldeten Schmuckstück besteht dagegen nur die Oberflächenbeschichtung aus Gold bzw. einer goldhaltigen Schicht – das Grundmaterial ist ein anderes.

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