Legierung im Schmuck: Arten & Bedeutung

Was ist eine Legierung?

 

Viele Schmuckstücke sehen so aus, als würden sie einfach aus

 „Gold“, „Silber“ oder „Edelstahl“ bestehen.

Doch tatsächlich steckt häufig eine Legierung dahinter.

 

Eine Legierung ist ein metallischer Werkstoff, bei dem Elemente verschiedene miteinander kombiniert werden. Mindestens einer der Bestandteile ist dabei ein Metall.

Durch diese Kombination lassen sich die Eigenschaften des Materials gezielt verändern.

Das ist besonders für die Schmuckherstellung wichtig, denn reine Metalle besitzen nicht

 immer genau die Eigenschaften, die ein Schmuckstück im Alltag benötigt.

 

Warum werden Metalle legiert?

 

Ein Metall kann wunderschön aussehen und trotzdem für bestimmte Schmuckstücke zu weich, 

zu empfindlich oder schwer zu verarbeiten sein.

Durch das Legieren können Eigenschaften gezielt beeinflusst werden.

 

Eine Legierung kann beispielsweise:

✔ härter werden 
✔ widerstandsfähiger werden 
✔ eine andere Farbe erhalten 
✔ besser zu verarbeiten sein 
✔ korrosionsbeständiger werden 
✔ langlebiger werden
✔ für einen bestimmten Einsatzzweck geeigneter werden

 

Eine Legierung ist daher nicht automatisch eine „Verdünnung“ oder 

verschleißt eines wertvollen Metalls.

Oftmals macht gerade die Legierung ein Material erst richtig alltagstauglich .

 

Ein Beispiel: 925 Sterlingsilber

Reines Silber ist relativ weich.

Für viele Schmuckstücke wird es deshalb mit anderen Metallen kombiniert – 

häufig spielt dabei Kupfer eine wichtige Rolle.

 

Bei 925 Sterlingsilber bestehen aus 1.000 Teilen der Legierung:

925 Teile aus Silber

und

75 Teile aus anderen Bestandteilen.

Das entspricht einem Silberanteil von 92,5 % .

 

Durch die Legierung erhält das Material andere mechanische Eigenschaften als reines Feinsilber.

 

Auch Gold ist meistens eine Legierung

 

Auch Goldschmuck besteht häufig nicht aus reinem Gold.

Bei 585 Gold bestehen beispielsweise 585 von 1.000 Teilen aus Gold.

Das entspricht 58,5 % Gold .

Die übrigen Bestandteile sind andere Metalle.

Diese beeinflussen unter anderem Härte und Farbe der Goldlegierung.

Dadurch entstehen beispielsweise unterschiedliche Varianten wie:

- Gelbgold

- Roségold

- Weißgold

 

Das erklärt auch, warum Goldschmuck trotz gleichem Goldgehalt unterschiedlich aussehen kann.

 

Ist Edelstahl ebenfalls eine Legierung?

 

Ja.

Edelstahl ist kein einzelnes Element aus dem Periodensystem. 

Edelstahl ist ein metallischer Werkstoff, der hauptsächlich aus Eisen besteht 

und weitere Elemente enthält.

 

Bei 304 Edelstahl spielen beispielsweise Chrom und Nickel eine wichtige Rolle.

316L Edelstahl enthält zusätzlich Molybdän.

Diese Bestandteile sorgen dafür, dass Edelstahl seine charakteristischen

 Eigenschaften wie hohe Festigkeit und Korrosionsbeständigkeit erhält.

 

Messing und Bronze – ebenfalls Legierungen

Zwei weitere klassische Beispiele sind Messing und Bronze .

 

Messing

Messing besteht hauptsächlich aus:

Kupfer +Zink

Die Zusammensetzung wird unter anderem durch Farbe und Materialeigenschaften beeinflusst.

 

Bronze

Bronze bezeichnet verschiedene kupferbasierte Legierungen.

 Die klassische Zinnbronze besteht hauptsächlich aus:

Kupfer + Zinn

Damit sind weder Messing noch Bronze einzelne reine Metalle.

 

Warum verändert eine Legierung die Farbe?

 

Die Kombination verschiedener Metalle kann die Farbe eines Werkstoffes deutlich verändern.

Das sieht man besonders schön bei Gold.

 

Mehr Kupfer kann beispielsweise einen wärmeren oder rötlichen Farbton erzeugen.

Andere Legierungsbestandteile können wiederum dazu beitragen, Gold heller erscheinen zu lassen.

Deshalb bedeutet „Gold“ nicht automatisch immer exakt dasselbe Goldton .

 

Sind Legierungen weniger hochwertig als reine Metalle?

 

Nein.

Das ist ein häufiger Irrtum.

Eine Legierung ist nicht automatisch minderwertig, nur weil mehrere 

Elemente miteinander kombiniert wurden.

 

Bei Schmuck ist die Legierung häufig sogar notwendig, um bestimmte Eigenschaften zu erreichen.

 

Ein gutes Beispiel ist wieder Gold: Sehr reines Gold ist vergleichsweise weich. 

Für Schmuck kann eine geeignete Goldlegierung deshalb im Alltag praktische Vorteile besitzen.

Die Qualität einer Legierung hängt von ihrer Zusammensetzung, Herstellung, 

Verarbeitung und ihrem vorgesehenen Einsatzbereich ab.

 

Legierung oder Beschichtung – was ist der Unterschied?

 

Das sollte man unbedingt auseinanderhalten.

 

Legierung

Die verschiedenen Bestandteile bilden gemeinsam das Material selbst .

 

Beispiel:

585 Gold ist eine Goldlegierung.

 

Beschichtung

Ein Grundmaterial wird lediglich mit einer dünnen Schicht eines anderen Materials überzogen.

 

Beispiel:

vergoldeter Edelstahl besitzt einen Edelstahlkern und eine Goldbeschichtung auf seiner Oberfläche.

 

Das ist ein grundlegender Unterschied.

 

Was haben Legierungen mit Hautverträglichkeit zu tun?

 

Sehr viel.

Bei der Beurteilung eines Schmuckmaterials sollte nicht nur das 

namensgebende Metall betrachtet werden.

Auch die weiteren Bestandteile einer Legierung können eine Rolle spielen.

 

Ein gutes Beispiel ist Edelstahl: Hochwertiger 316L Edelstahl enthält normalerweise 

Nickel als Bestandteil seiner Legierung.

Deshalb bedeutet die Aussage „aus Edelstahl“ nicht automatisch „enthält kein Nickel“ .

 

Wie gut ein fertiges Schmuckstück getragen wird, hängt allerdings nicht allein davon ab, welche Elemente enthalten sind. Unter anderem spielt auch eine Rolle, welche Stoffe aus der Oberfläche tatsächlich freigesetzt werden.

Genau deshalb lohnt sich bei empfindlicher Haut ein genauer Blick auf die Materialangaben.

 

Warum gibt es so viele verschiedene Legierungen?

 

Weil nicht jedes Schmuckstück dieselben Anforderungen hat.

Ein Ring muss beispielsweise viel Reibung und mechanische Belastung aushalten.

Ein Ohrring soll dagegen möglichst angenehm und leicht zu tragen sein.

Andere Schmuckstücke sollen eine bestimmte Farbe haben oder besonders 

korrosionsbeständig sein.

 

Durch unterschiedliche Legierungen können Werkstoffe gezielt an solche 

Anforderungen angepasst werden.

 

 Wusstest du schon?

 

Die Bezeichnung eines Schmuckmaterials verrät häufig nur einen Teil seiner Zusammensetzung.

„585 Gold“ besteht zu 58,5 % aus Gold.

„925 Silber“ besteht zu 92,5 % aus Silber.

Und „316L Edelstahl“ ist wiederum die Bezeichnung einer bestimmten Edelstahlqualität – 

die Zahl 316 steht hier nicht für 31,6 % irgendeines Metalls.

Zahlen auf Schmuck können auch je nach Material eine völlig unterschiedliche Bedeutung besitzen.

 

Kleiner Materiallabor-Faktencheck

 

„Rein“ bedeutet nicht automatisch „besser“.

Durch eine gezielt zusammengesetzte Legierung können Metalle härter, widerstandsfähiger oder für den täglichen Gebrauch geeigneter werden. Entscheidend ist deshalb nicht nur, wie „rein“ ein Metall ist, sondern ob seine Eigenschaften zum jeweiligen Schmuckstück passen.

 

 Legierung ≠ Beschichtung

 

Bei einer Legierung sind verschiedene Elemente Bestandteil des Werkstoffes selbst. 

Bei einer Beschichtung befindet sich dagegen eine zusätzliche dünne Schicht auf 

einem anderen Grundmaterial.

 

585 Gold und vergoldeter Edelstahl sind deshalb zwei völlig unterschiedliche Dinge.

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