Nickelfrei: Bedeutung, Nickelallergie & 316L

Was bedeutet „nickelfrei“?

 

Der Begriff „nickelfrei“ klingt zunächst eindeutig: kein Nickel enthalten.

Bei Schmuck ist die Sache allerdings etwas komplizierter.

 

Ein Metall kann Nickel als Bestandteil seiner Legierung enthalten und trotzdem nur sehr geringe Mengen davon an die Haut abgeben.

Gerade bei Schmuck ist deshalb die sogenannte Nickelfreisetzung besonders wichtig.

 

Die Frage lautete auch nicht nur:

„Ist Nickel enthalten?“

sondern auch:

„Wie viel Nickel kann beim Tragen aus dem Schmuckstück freigesetzt werden?“

 

Was ist Nickel überhaupt?

 

Nickel ist ein Metall, das in vielen verschiedenen Legierungen verwendet wird.

Es kann beispielsweise dazu beitragen, Materialien bestimmte Eigenschaften wie Härte, Festigkeit, Korrosionsbeständigkeit oder eine bestimmte Optik zu verleihen.

Deshalb findet man Nickel unter anderem in verschiedenen 

Edelstählen und anderen Metalllegierungen.

 

Für viele Menschen stellt das zunächst kein Problem dar. 

Nickel gehört jedoch gleichzeitig zu den bekanntesten Auslösern von Kontaktallergien .

 

Was ist eine Nickelallergie?

 

Bei einer Nickelallergie reagiert das Immunsystem empfindlich auf Nickelionen, 

die mit der Haut in Kontakt kommen.

 

Mögliche Beschwerden können beispielsweise sein:

- Juckreiz

- Hautreizungen

- kleine Bläschen

- nässende oder trockene Hautstellen

 

Wie stark jemand reagiert, ist individuell sehr unterschiedlich.

Eine Nickelallergie kann außerdem nicht anhand des Aussehens eines 

Schmuckstücks erkannt werden.

 

Enthält Edelstahl Nickel?

 

Viele Edelstahlsorten: ja.

Das ist ein besonders wichtiger Punkt.

 

Sowohl 304 Edelstahl als auch 316L Edelstahl enthalten normalerweise 

Nickel als Bestandteil ihrer Legierung.

 

Dennoch werden hochwertige Edelstähle von vielen Menschen gut vertragen.

 

Der Grund: Nickel ist in der Metallstruktur gebunden. Entscheidend für den Hautkontakt ist insbesondere, wie viel Nickel tatsächlich aus dem fertigen Produkt freigesetzt wird.

 

Gibt es gesetzliche Grenzwerte für Nickel in Schmuck?

 

Ja.

In der Europäischen Union ist die Freisetzung von Nickel aus Produkten, 

die direkt und länger mit der Haut in Berührung kommen, gesetzlich begrenzt.

Für Schmuck mit längerem Hautkontakt gelten andere Anforderungen als für Gegenstände, 

die in durchstochenen Körperstellen eingesetzt werden.

Entscheidend ist dabei nicht nur der Nickelanteil im Material, sondern die Menge, 

die unter definierten Bedingungen freigesetzt wird.

Das dient insbesondere dem Schutz vor der Entstehung und Auslösung von Nickelallergien.

 

Bedeutet „nickelfrei“ wirklich 0 % Nickel?

 

Nein.

Im alltäglichen Sprachgebrauch wird „nickelfrei“ häufig so verstanden, 

als befände sich überhaupt kein Nickel im Material.

Bei Schmuck sollte man mit dieser Bezeichnung daher vorsichtig umgehen.

Gerade Edelstahl kann Nickel als fester Bestandteil seiner Legierung enthalten und dennoch die gesetzlichen Anforderungen an die Nickelfreisetzung erfüllen.

 

Eine präzisere Materialangabe – beispielsweise 316L Edelstahl – ist daher häufig hilfreicher als die pauschale Aussage „nickelfrei“.

 

Welche Schmuckmaterialien enthalten kein Nickel?

Es gibt Materialien, die grundsätzlich ohne Nickel auskommen können

Dazu gehören beispielsweise bestimmte Qualitäten von:

- Titan

- Niob

- reinen Edelmetallen

- sowie verschiedene nichtmetallische Materialien.

 

Aber auch hier gilt: Bei einem fertigen Schmuckstück müssen alle Bestandteile berücksichtigt werden.

Ein Anhänger kann beispielsweise aus einem nickelfreien Material bestehen, während Verschluss, Öse oder Kette aus einer anderen Legierung gefertigt wurden.

 

Kann vergoldeter Schmuck Nickel enthalten?

 

Ja.

Eine Vergoldung beschreibt zunächst nur die Oberfläche eines Schmuckstücks.

Unter der Goldschicht befindet sich ein Grundmaterial , 

und dieses kann Nickel enthalten oder andere Metalle freisetzen.

Wird die Beschichtung mit der Zeit abgetragen, kann das darunterliegende Material

 stärker mit der Haut in Kontakt kommen.

Deshalb sollte bei empfindlicher Haut nicht ausschließlich auf die Farbe oder 

Beschichtung eines Schmuckstücks geachtet werden.

 

Warum ist die Verarbeitung so wichtig?

 

Nicht nur die Bezeichnung eines Materials entscheidet über seine Eigenschaften.

Auch Legierungsqualität, Verarbeitung, Oberfläche und Beschichtungen spielen eine Rolle.

Deshalb kann man die Hautverträglichkeit eines kompletten Schmuckstücks nicht allein anhand seiner Farbe oder eines einzelnen Begriffes beurteilen.

 

 Warum achten wir bei FAE darauf?

Schmuck wird häufig viele Stunden direkt auf der Haut getragen. Bei Ohrringen und Piercings besteht sogar besonders enger Kontakt zum Körper.

Deshalb ist es uns wichtig, nicht einfach mit Begriffen wie „nickelfrei“ oder „allergiefrei“ zu werben , wenn diese eine absolute Sicherheit suggerieren würden.

Wir achten auf die verwendeten Materialien und setzen bei vielen unserer Schmuckstücke bewusst auf hochwertigen 316L Edelstahl . Die Landesdirektion in Dresden hat unseren Schmuck sogar geprüft und dies auch bestätigt ( Probe 26-145351-010-00029)

Gleichzeitig möchten wir transparent erklären, was die Materialangaben tatsächlich bedeuten – damit Sie selbst besser beurteilen können, welches Schmuckstück zu Ihnen passt.

 

 Kann Schmuck als „allergiefrei“ bezeichnet werden?

 

Selbst ein Material, das allgemein als sehr gut hautverträglich gilt, kann nicht garantieren, dass kein Mensch jemals darauf reagiert .

 

 Kleiner Materiallabor-Faktencheck

 

Nickelhaltig bedeutet nicht automatisch hohe Nickelfreisetzung.

Ein Schmuckmaterial kann Nickel als Bestandteil seiner Legierung enthalten. Entscheidend für den Hautkontakt ist insbesondere, wie viel Nickel aus dem fertigen 

Schmuckstück tatsächlich freigesetzt wird.

 

 Ist 316L Edelstahl nickelfrei

Nein. 316L enthält üblicherweise Nickel. Seine Zusammensetzung und korrosionsbeständige Oberfläche können jedoch zu einer geringen Nickelfreisetzung beitragen. Deshalb wird 316L häufig für körpernah getragenen Schmuck verwendet. Bei einer bekannten Nickelallergie sollte dennoch individuell auf die Materialverträglichkeit geachtet werden.

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