Punzen & Stempel bei Schmuck – 925, 585, 750

 

Was sind Punzen und Stempel?

 

Wer sich ein Schmuckstück genauer anschaut, entdeckt manchmal winzige Zahlen, 

Buchstaben oder Symbole.

Diese Kennzeichnungen werden häufig als Stempel oder Punzen bezeichnet.

Sie können Informationen darüber geben, aus welchem Edelmetall ein Schmuckstück besteht, welchen Feingehalt es besitzt oder wer es hergestellt bzw. in Verkehr gebracht hat.

Besonders bekannt sind Zahlen wie 925, 585 oder 750.

Doch was bedeuten sie eigentlich?

 

Was bedeutet der Feingehaltsstempel?

 

Bei Edelmetallen wird häufig angegeben, wie groß der Anteil des jeweiligen

 Edelmetalls in einer Legierung ist.

Die Zahl bezieht sich dabei auf 1.000 Teile der Legierung.

 

Ein paar typische Beispiele:

925 = 925 von 1.000 Teilen sind das angegebene Edelmetall
→ entspricht 92,5 %

750 = 750 von 1.000 Teilen
→ entspricht 75 %

585 = 585 von 1.000 Teilen
→ entspricht 58,5 %

Die restlichen Bestandteile sind andere Metalle, 

die gemeinsam mit dem Edelmetall eine Legierung bilden.

 

Was bedeutet 925?

 

Die Zahl 925 begegnet uns besonders häufig bei Silberschmuck.

Sie steht für einen Silberfeingehalt von 925 Tausendteilen, also 92,5 % Silber.

Die übrigen 7,5 % bestehen aus anderen Metallen – häufig beispielsweise Kupfer.

Diese bekannte Silberlegierung wird als Sterlingsilber bezeichnet.

Was bedeuten 333, 375, 585 und 750 bei Gold?

Auch bei Gold geben solche Zahlen den Feingehalt an.

333 → 33,3 % Gold
375 → 37,5 % Gold
585 → 58,5 % Gold
750 → 75 % Gold

Der übrige Anteil besteht aus anderen Legierungsmetallen.

Diese beeinflussen unter anderem Farbe, Härte und Verarbeitungseigenschaften des Schmuckstücks.

Deshalb können zwei Goldschmuckstücke mit unterschiedlichem Feingehalt auch 

unterschiedliche Eigenschaften besitzen.

 

Was bedeutet 950?

 

Die Zahl 950 findet man unter anderem bei Platin.

950er Platin besitzt einen Platinanteil von 950 Tausendteilen – also 95 %.

Aber Vorsicht: Eine Zahl allein sollte immer zusammen mit dem Schmuckstück und weiteren Kennzeichnungen betrachtet werden. „950“ bedeutet nicht in jedem denkbaren Zusammenhang automatisch Platin.

 

Ist eine Punze ein Echtheitsbeweis?

 

Nicht automatisch.

Ein vorhandener Stempel kann eine wichtige Information über ein Schmuckstück liefern, 

ist für sich allein jedoch kein hundertprozentiger Echtheitsnachweis.

Stempel können falsch angebracht, nachträglich verändert oder sogar gefälscht werden.

Bei wertvollen oder unbekannten Schmuckstücken kann deshalb eine

 fachgerechte Materialprüfung sinnvoll sein.

Und umgekehrt bedeutet ein fehlender Stempel nicht zwangsläufig, 

dass ein Schmuckstück wertlos oder unecht ist.

 

Punze oder Stempel – gibt es einen Unterschied?

 

Im Alltag werden beide Begriffe häufig ähnlich verwendet.

Streng genommen bezeichnet Punzen ursprünglich das Einschlagen eines Zeichens mithilfe eines entsprechenden Werkzeugs – der Punze.

Heute können Schmuckkennzeichnungen jedoch auch mit anderen Verfahren angebracht werden, beispielsweise durch moderne Gravur- oder Lasertechnik.

Deshalb ist „Stempel“ bzw. „Kennzeichnung“ häufig der allgemeinere Begriff.

 

Welche Stempel können auf Schmuck vorkommen?

 

Neben dem Feingehalt können Schmuckstücke weitere Kennzeichnungen tragen.

 

Dazu gehören beispielsweise:

Feingehaltsangaben – etwa 925 oder 585
Herstellerzeichen – Hinweis auf Hersteller oder Verantwortlichen
Prüfzeichen – abhängig von Land und Prüfsystem
Herkunfts- oder Verantwortlichkeitszeichen – je nach nationalen Vorschriften
Marken- oder Firmenzeichen – Kennzeichnung einer bestimmten Marke

Welche Zeichen vorgeschrieben oder üblich sind, unterscheidet sich von Land zu Land.

Bedeutet „925“ automatisch hochwertiger als „585“?

Nein – diese Zahlen darf man nicht einfach miteinander vergleichen.

925 wird beispielsweise häufig für Silber verwendet, während 585 eine 

typische Goldlegierung bezeichnet.

 

925 Silber enthält also 92,5 % Silber.
585 Gold enthält 58,5 % Gold.

 

Die größere Zahl bedeutet deshalb nicht, dass das Schmuckstück automatisch wertvoller oder hochwertiger ist. Entscheidend ist zunächst, auf welches Edelmetall sich die Angabe bezieht.

 

Warum werden Schmuckstücke überhaupt gestempelt?

 

Kennzeichnungen sollen Informationen über Material und Herkunft eines Schmuckstücks

 leichter nachvollziehbar machen.

Gerade bei Edelmetallen ist der tatsächliche Feingehalt mit bloßem Auge nicht feststellbar.

Eine entsprechende Kennzeichnung kann dem Käufer deshalb eine wichtige Orientierung geben.

 

 Wusstest du schon?

 

Die bekannte Bezeichnung „Karat“ bei Gold beschreibt ebenfalls den Goldanteil – 

allerdings mit einem anderen System.

24 Karat entsprechen theoretisch Feingold, während beispielsweise 18 Karat einem Goldanteil von 

75 % entsprechen.

Deshalb entspricht:

18 Karat ≈ 750er Gold.

 

 Kleiner Materiallabor-Faktencheck

 

Eine eingeprägte Zahl allein macht ein Schmuckstück nicht echt.
Ein „925“-Stempel ist ein Hinweis auf einen angegebenen Feingehalt – aber kein unfehlbarer Beweis dafür, dass das Schmuckstück tatsächlich aus 925er Silber besteht.

Information icon

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.